Galerie Ich sehe dich
Die Künstler Okt 2016 Klosterkirche St. Jöris: Beate Bündgens, Astrid Bohne, Dieter Eichelmann, Stefan Tiersch, Performance
Ich bin so mit dir - 140 cm x 90 cm
Doppelbeleuchtung 120cm x 80 cm
Auf der Flucht 60cm x 90 cm
Vernissage in St. Jöris 2016
2017 TANZPERFORMANCE Citykirche Aachen
2017 TANZPERFORMANCE_Citykirche Aachen
Gäste 2016


Ich sehe dich (nicht?)

Ausstellung in der Nikolauskirche (Citykirche), Aachen 11.-20.03.2017

 

Sehe ich dich? - Sehe ich mich? - Siehst du mich?

Möchte ich dich sehen? – mich ganz und gar? – dich verstecken oder mich?

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Ist der Schleier in manchen Kulturen ein selbstverständliches Kleidungsstück und die Verschleierung als textiles Material tatsächlich sicht- und greifbar, so ist in unserer Kultur Freiheit und Gleichberechtigung vermeintlich ohne Schleier möglich…

 

Aber wir verschleiern, bedecken, verhüllen uns: bleiben unklar in unseren Aussagen, in unseren Äußerungen, in unseren Ausdruck…, denn in der Kommunikation ist nur selten eine Entschleierung möglich oder gar gewollt!

Was uns Politik vorgaukelt? …. Was Schwüre der Liebe und Schwüre vor Gericht in Wahrheit sind?

 

Und dann verfälschen wir unser Antlitz z.B. durch Makeup und Schmuck, modischen Schnick und Schnack…, Statussymbolen und anderem, was vom tatsächlichen „Äußeren“ UND  „Inneren“ ablenkt und uns verfälscht.

 

Sehe ich

… deine Vorlieben und Leidenschaften?

… den dunklen Schleier, der sich über deine Kindheitstage gelegt hat?

… Schmerz und die Verzweiflung?

… Was dich tief bewegt und dich tagelang im Bann hält?

… die glühende Liebe in dir?

… Deine Faszination an den Dingen?

… deine wirkliche Intension?

 

Ich frage damit auch:

  • Möchte ich dich wirklich sehen? Kann ich das? Kann ich es aushalten?
  • Verstehst du mich?
  • Verstehst du Aussagen wie: „bis bald!“?
  • Verstehe ich dich, wenn du sagst: ich liebe dich?

 

Oder auch so:

  • kann ich es aushalten mich zu sehen, mit meiner Sehnsucht, Leidenschaft, mit meinen Fehlern…, meine Wunden ertragen?

 

Und dann steht da nur die eigene schemenhafte und undeutliche Wahrheit.

 

In unseren Kunstwerken liefert dieses polarisierende Thema eine Plattform für den Aufbau eines Spannungsfeldes aus Präsenz und Vernebelung.

Die Bilder ….. also ICH…. zeige etwas her und verweigere die Aussage gleichzeitig.

 

 

Es ist eine (künstlerische) Strategie aus Offenbarung und Verweigerung: …ein heikles Wechselspiel zwischen Herzeigen und Verdecken.

Nur halbe Formen oder Figuren, nur Teile eines Ganzen kompletten Seins treten hinter einem Vorhang vor. Ein Ganzes / Vollständiges wäre hier langweilig und auch gar nicht zu ertragen.

Erdiges und Luftiges vollführen so ihr Manöver in einem Tanz durch einen verdeckenden und enthüllenden Vorhang…. Sichtbar ist das, was wir zu erkennen vermuten!

 

Das fassadenhafte ICH lüftet den Vorhang und begibt sich auf unsicheres Terrain

 

Ich frage: wie geht es weiter….

 

Astrid Bohne 01/2017